26. November – Rund um den Agung nach Rendang

Letzte Meldung: Wir sind gut in Pemuteran angekommen. Mit Unterstützung von Ines und Düde konnten wir den Rückflug organisieren: Dank Emirates, die eine sehr praktische Umbuchungspolitik für Bali haben, können wir unseren internationalen Flug statt von Denpasar (Bali) von Jakarta (Java) aus antreten. Nach Jakarta bringt uns ein Flug mit Lion Air von Surabaya und nach Surabaya ein Auto von Banyuwangi, dem ersten Ort nach der Fähre von Bali nach Java…

Jedenfalls hoffen wir, vollkommen pünktlich am Samstag um 12:45 in Frankfurt zu landen und dann mit der Bahn nach Köln zu fahren – als wäre nichts gewesen…

Unseren Bericht über die Rundfahrt haben wir doch auf einzelne Seiten aufgeteilt. Ausnahmsweise geht es deshalb von der Startseite aus noch weiter „nach vorne“. Einen Knopf zum Aufrufen der nächsten Seite findet ihr am Ende.

Sonntag, 26. November – von Ubud nach Rendang

Karte

Reporterin des indonesischen Fernsehens in unserem Hotel in Rendang – live vor der Aschewolke des Agung

Der heutige Tag – und sicher auch die nächsten – stehen natürlich ganz im Zeichen des Vulkans Agung, der am Samstag nach kurzer Unterbrechung seine Aktivität verstärkt hat. Unser heutiges Ziel, Rendang, liegt etwa 12 Kilometer vom Krater des Agung entfernt – und unser Weg auf der geplanten Rundtour führt uns einmal südlich um den Vulkan herum.

Morgens um 9:30 starten wir in Ubud – erstes Ziel ist ein Hindu-Tempel, der früher als Gerichtssaal diente. Pak Rupa, unser deutschsprachiger Führer, mit dem wir schon 2013 unterwegs waren, erläutert die Deckenmalereien, die die scheußlichsten Strafen zeigen – unter anderem für Ehebruch und Inzest. Interessant: Auf Korruption stand Kochen bei lebendigem Leib…

Die Anlage in Klunggung

Von Klunggung aus geht es weiter an die Ostküste, zum Tempel Goa Lawah. Dort müssen wir uns einen Sarong umbinden. Leider können wir das innere des Tempels – die berühmte Fledermaushöhle  – nicht besichtigen, denn es fndet gerade eine Zeremonie statt. Hier stehen die Gläubigen für die zweite Bet-Schicht an (die erste Schicht verlässt derweilen den Tempelbezirk über einen anderen Ausgang).

Weiter geht’s zur „traditionellen Salzgewinnung“ am Meer. Dort liegt tiefschwarzer Sand (wahrscheinlich direkt aus den umliegenden Vulkanen), den die Salzbauern mit Meerwasser tränken. Durch die Verdunstung wird das Salz im Sand angereichert. Anschließend schwemmt man es mit etwas Wasser aus dem Sand aus und erhält dadurch eine hochkonzentrierte Lake, aus der in halbieren Bambus-Stämmen das Salz auskristallisiert.

Annette kauft im Dorf Pegeringsingang Tenganan ein Gravurbild

Nun besuchen wir das traditionelle Dorf Pegeringsingang Tenganan. Die Leute dort stellen sozusagen ihr Leben in einem Museumsdorf aus – und verkaufen besondere Gravurbilder, die sie mit feinsten Messerchen in Bambusplättchen ritzen. Die Gravuren werden mit Ruß bestrichen und dadurch sichtbar gemacht.

In der alten Königsresidenz Tirta Ganga, der nächsten Station, sprechen uns zwei Jugendliche an. Sie haben vom Englischlehrer die Aufgabe bekommen, Touristen über ihre Motivation zum Besuch von Tirta Ganga zu befragen. Darüber machen sie ein Video. Der junge Mann hält eifrig sein Handy hin während das Mädchen allen Mut und ihr Englisch zusammen nimmt und zunächst Annette und dann Wendelin in einfachen Sätzen befragt. Eine Super-Unterrichtsidee!

Tirta Ganga

Es hat wieder zu regnen begonnen. Aber viel wichtiger ist die Entwicklung am Gunung Agung, dem Agung Berg. Er stößt eine größer und größer werdende Aschewolke aus.

Unser Weg führt uns praktisch südlich um den Agung herum – und über Straßen, die schwarz und rutschig sind von der Vulkanasche, die sich mit dem Regen vermischt.

Immer wieder fotografieren wir den Berg – Feuer ist nicht zusehen, aber die Aschewolke verändert stetig ihre Form.

Unser Hotel, das Mahagiri in Rendang liegt nahe der Monitoring Station der Seismologen – und ist ein beliebter Punkt für „Standupper“, also Reporter, die vor dem bedrohlichen Hintergrund das Neueste über die Entwicklung berichten.

Am nächsten Morgen schickt uns Pak Rupa, unser Führer ein Foto, das ihn im „Interview“ mit einem Reporter vor dessen Schnellreportagewagen zeigt. Ein Scherz – immerhin kann er noch lachen. Für viele hier bedroht der Vulkan die Existenz.

Und hier die Karte für heute…