17. – 19. November – Im Clare Valley – Radeln, Wein und Sonnenschein

Freitag, 17. November – nach Farrell Flat

Karte

Am Freitag haben wir noch den Blog aktualisiert und alles mögliche geordnet – denn am Nachmittag fahren wir nach Norden, ins Clare Valley (Tal von Clare), eine der bekannten Weingegenden Südaustraliens.

Hier einer der Weingärten des Klosters Seven Hills, das bis heute von Jesuiten betrieben wird. Interessant, dass jetzt eine Frau als Winzer für den Weinanbau zuständig ist. Uns hat der Wein dennoch nicht so richtig geschmeckt…

Am Freitag nachmittag sind wir aber erstmal durch den Regen zu unserer Unterkunft in Farrell Flat gefahren.

Über Farrell Flat wird noch zu berichten sein – wir sind froh, dass wir da sind und hoffen auf die angekündigte Wetterbesserung. Zum Dinner haben wir im nahe gelegenen Pub, dem Farrell Flat Hotel reserviert – ein Fehler, wie sich herausstellen wird. Das Essen ist unterirdisch und noch dazu teuer. Nicht umsonst haben Kerryn und John die Daumen nach unten, als wir später noch ein Bild von dem Haus machen.

Samstag, 18. November – Riesling Trail

Hurra, die versprochene Sonne ist endlich da. Und mit ihr gleich schöne Temperaturen von bis zu 30 Grad. Leider hat Wendelin seine Mützen in Adelaide gelassen – ein unterbewusstes Mißtrauen in die Wetterprognose. So müssen wir als erstes mal eine möglichst billige Mütze erstehen. 10 AUD bei Target ist der Preis für die Vergesslichkeit.

Dann aber fahren wir zum Weingut Kilikanoon. Dort werden wir Mitglied im Weinclub, was uns einen schönen Discount beim Anmieten der Fahrräder verschafft. Die sind wirklich gut, und nach dem wirklich alles eingestellt und verpackt ist, können wir aufbrechen – auf dem „Riesling Trail“ fahren wir zum Kloster Seven Hills.

Und hier die Karte. Das Rote ist unser Weg – und man sieht, so richtig weit sind wir nicht geradelt:

Aber es war eben auch soviel Wein zu probieren!

Hier sitzen wir alle im Weingut „Shut the Gate“ (es heißt wirklich so – „schließ das Tor“. Die Geschichte, warum es so heißt, ist etwas verwirrend. Leider landet man bei der Webseite immer auf Fatzebock). Wir verköstigen eine Flasche wirklich guten Weißwein, dazu ein schönes Picknick, dass man sich im Ausschank (der heißt hier Cellar Door) selbst zusammenstellen kann.

Der Riesling Trail ist wirklich ein schöner Radweg, der auf einer alten Eisenbahntrasse verläuft und entsprechend leicht zu radeln ist. Da kann man eine Menge Wein verkosten, ehe die Berglein zu steil werden…

Abends sind wir nicht mehr auf den Pub angewiesen – unsere nette Unterkunft hat ein Barbecue – und den Chefkoch haben wir ja selbst mitgebracht -ebenso wie vier saftige Steaks (unsere muss der arme John „well done“ braten und er beschwert sich, das sei ein Verbrechen an den Steaks…), Mengen an Lammkoteletts und leckere Bratwürstchen. Dazu ebenfalls gegrillter Spargel, Pilze und Kartoffelscheiben…

Annette hat den Tisch gedeckt…

…und nach dem vorzüglichen Nachtmal setzen wir uns noch in das Wohnzimmer des Gästehauses, trinken Wein – und schauen, weil wir davon erzählt haben, „Dinner for one“. Kerryn und John sind begeistert!

Sonntag, 19. November

Bevor wir uns wieder dem Wein widmen können, führt uns die resolute Gastgeberin Sally (ihr Mann heißt Gerry und das gemeinsam geführte „Meeting House“ heißt Gally’s…) zum Garten rund um die alte Bahnstation.

Den Garten hat Carol angelegt, die seit 25 Jahren regelmäßig auf der Parzelle arbeitet. Der Garten ist – neben den Kindern und 7 Enkelkindern – ihr Leben. Sally erzählt eine traurige Geschichte über Carol und ihren Partner, der sich eigentlich um die Häuser auf dem Grundstück kümmern sollte – das aber nicht getan hat. Die Beziehung zerbrach und Carol musste einen Teil verkaufen. Sie behielt die Bahnstation und den großen Garten – und lebt seitdem in Adelaide, fährt regelmäßig die knapp zwei Stunden nach Farrell Flat und pflegt ihren Garten.

Hier kann man mehr nachlesen.

Und tatsächlich treffen wir Carol in ihrem Garten an. Annette fachsimpelt mit der Gärtnerin, tauscht Erfahrungen aus, und wir freuen uns an dem wirklich schönen Stückchen Erde…

Dann fahren wir nach Martindale Hall, ganz in der Nähe. Es ist ein altes, sehr britisch   anmutendes Haus (Georgianische Architektur mit italienischem Einfluss) – freilich wie alles Europäische in Australien keine 200 Jahre alt.

Man kann durch die zahlreichen Zimmer laufen und wird ausgiebig über den Film „Picnic at Hanging Rock“ informiert, der in Teilen hier gedreht wurde.

Dann ein weiteres Weingut: „O’Leary’s“, dort gibt es einen leckeren Merlot und eine sehr ausgewogene Spätlese.

Da man von dem Wein nicht so richtig was sehen kann, hier das Panorama von dem Ausschank (Cellar Door) aus.

Und damit geht unser schönes Clare-Valley-Highlight auch schon zu Ende. Am Abend haben wir Kerryn und John zu einem Essen ins Lokal „Cliché“ in Adelaide eingeladen. Weit besser als der Pub in Farrell Flat – und nur wenig teurer.

Morgen ist John schon wieder unterwegs – und wir bereiten uns so langsam auf die notwendigen Abschiede hier in Adelaide vor: Wir werden am Abend Janet und Leigh nochmal sehen, Dienstag Anne und am Mittwoch sind wir nicht nur nochmals bei Jane – sondern werden auch Wendy und Peter treffen, die gemeinsam mit Anne in Köln waren…

Man sieht, was das Wichtige am Reisen ist…

(Das Herzchen hat Carol in ihrem Garten in den Weg eingelassen…)

Und hier die Karte für heute, weiter unten die Vor- und Zurückknöpfe